Ein Pool braucht regelmäßige Pflege – sonst kippt das Wasser. Die 3 Säulen: Wasserchemie prüfen, Filter warten, Boden und Wände reinigen. 15–20 Minuten pro Woche reichen, wenn man sie auf feste Intervalle legt.
Wasserchemie: pH-Wert und Desinfektion
Der pH-Wert bestimmt, ob die Desinfektion funktioniert. Zielbereich: 7,0–7,4 (Pools liegen etwas niedriger als Whirlpools mit 7,2–7,6). Ist der pH zu hoch, wirkt Chlor nur noch zu 20–30 %. Teststreifen (5-in-1) oder digitale Tester messen pH, Chlor, Alkalinität, Härte und Cyanursäure in 30 Sekunden.
Chlor ist das Standarddesinfektionsmittel für Pools. Zielwert: 0,5–1,5 mg/l freies Chlor (niedriger als im Whirlpool, weil die Wassertemperatur geringer ist). Chlortabletten (200 g) im Dosierschwimmer lösen sich langsam auf und halten den Chlorgehalt über mehrere Tage. Granulat eignet sich für die Stoßchlorung nach Regenfällen oder hoher Nutzung.
Die Zielwerte für Poolwasser im Überblick:
| Wert | Zielbereich | Hinweis |
|---|---|---|
| pH-Wert | 7,0–7,4 | unter 7,2 wirkt Chlor am besten |
| Freies Chlor | 0,5–1,5 mg/l | niedriger als im Whirlpool |
| Alkalinität (TA) | 80–120 mg/l | puffert den pH-Wert |
| Cyanursäure | 30–50 mg/l | schützt Chlor vor UV, zu viel blockiert es |
| Wasserhärte | 200–400 mg/l | beugt Kalk und Korrosion vor |
Algen und trübes Wasser: die Stoßchlorung
Grünes oder milchiges Wasser ist fast immer ein Algen- oder Bakterienproblem, ausgelöst durch zu wenig Chlor, einen hohen pH-Wert oder Hitze. Die Sofortmaßnahme ist eine Stoßchlorung: die 5- bis 10-fache Normaldosis Chlorgranulat auf einmal. Vorher den pH-Wert auf 7,0–7,2 senken, damit das Chlor voll wirkt, und die Filteranlage 24 Stunden durchlaufen lassen.
Nach der Stoßchlorung setzen sich abgestorbene Algen am Boden ab. Sie werden mit dem Poolsauger oder Roboter abgesaugt. Ein Flockungsmittel bindet feine Trübstoffe, die der Filter sonst durchlässt. Wichtig: erst wieder baden, wenn der Chlorwert unter 3 mg/l gefallen ist. Vorbeugen ist günstiger als Bekämpfen – ein Algizid (etwa BAYROL Desalgin) im Wochenrhythmus hält Algen von vornherein klein.
Filteranlage warten
Kartuschenfilter: alle 1–2 Wochen unter fließendem Wasser abspülen, alle 4–8 Wochen austauschen. Bei Aufstellpools Standard, günstig (5–15 € pro Kartusche), aber bei großen Pools oft unterdimensioniert.
Sandfilteranlagen: Rückspülen alle 1–2 Wochen (Ventil auf »Rückspülen« stellen, 2–3 Minuten laufen lassen, danach kurz »Nachspülen«). Den Filtersand alle 3–5 Jahre austauschen (25 kg kosten 10–20 €). Sandfilter arbeiten effizienter als Kartuschenfilter und sind ab 20 m³ Poolvolumen die bessere Wahl.
Die Filterlaufzeit richtet sich nach dem Poolvolumen: Das gesamte Wasservolumen sollte 2-Mal pro Tag umgewälzt werden. Beispiel: 20 m³ Pool, Pumpe mit 4 m³/h Durchsatz → 10 Stunden Filterlaufzeit pro Tag. In der Praxis teilt man die Laufzeit auf 2 Blöcke morgens und abends auf.
Boden, Wände und Oberfläche
Bodensauger oder Poolroboter entfernen Sediment, Sand und Algenansätze vom Boden. Manuelle Bodensauger (30–80 €) reichen für kleine Aufstellpools. Automatische Poolroboter (150–1.500 €) sparen Zeit und reinigen auch die Wände und die Poolfolie.
Kescher für die Wasseroberfläche: Blätter, Insekten und Pollen täglich abfischen. Ein Skimmer-Korb fängt groben Schmutz automatisch auf. Wasserrandpflege: den Fettrand an der Wasserlinie alle 2 Wochen mit einem Schwamm und mildem Reiniger abwischen – Sonnencreme und Körperfett setzen sich dort ab.
Pflege-Rhythmus: der Wochenplan
Wer die Pflege auf feste Intervalle legt, kommt mit 15–20 Minuten pro Woche aus. Die Übersicht zeigt, was wann ansteht:
| Intervall | Aufgabe |
|---|---|
| Täglich | Skimmer-Korb leeren, Oberfläche abkeschern |
| 2–3× pro Woche | pH- und Chlorwert messen und korrigieren |
| Wöchentlich | Boden absaugen, Algizid zugeben, Wasserrand abwischen |
| Alle 1–2 Wochen | Kartuschenfilter reinigen oder Sandfilter rückspülen |
| Saisonal | Filtersand prüfen, Poolfolie kontrollieren, einwintern |
Im Hochsommer und nach Starkregen verschiebt sich der Rhythmus nach oben: Hitze und eingespültes Laub zehren Chlor und begünstigen Algen. Dann lieber täglich messen. Eine Poolabdeckung reduziert den Aufwand spürbar. Sie hält Schmutz draußen, bremst die Verdunstung und schützt vor UV-bedingtem Chlorabbau.
Pool einwintern und abdecken
Vor dem ersten Frost wird ein Aufstell- oder Einbaupool eingewintert, sonst sprengt gefrierendes Wasser Leitungen und Becken. Wasserstand unter die Düsen absenken, Pumpe und Filter entleeren, ein Wintermittel gegen Algen zugeben und mit einer Winterabdeckung verschließen. Eisdruckpolster verhindern, dass sich der Druck des Eises auf die Beckenwand überträgt.
Aufstellpools mit Folie baut man in kalten Regionen besser ganz ab und lagert die Poolfolie trocken – das verlängert ihre Lebensdauer deutlich. Die vollständige Anleitung steht im Ratgeber Pool winterfest machen.
Schritt für Schritt
- 1
pH-Wert messen
Mit Teststreifen oder Digitaltester den pH-Wert prüfen. Zielbereich 7,0–7,4. Mit pH-Minus oder pH-Plus korrigieren, bevor desinfiziert wird.
- 2
Chlorwert prüfen
Freies Chlor messen (0,5–1,5 mg/l). Chlortabletten in den Dosierschwimmer geben, bei Bedarf mit Granulat nachdosieren.
- 3
Oberfläche abkeschern
Blätter, Insekten und Pollen mit dem Kescher abfischen und den Skimmer-Korb leeren.
- 4
Boden absaugen
Mit Poolsauger oder Roboter Sediment und Algenansätze vom Boden und den Wänden entfernen.
- 5
Filter reinigen
Kartuschenfilter abspülen oder Sandfilter rückspülen. Auf ausreichende Filterlaufzeit achten – 2 Umwälzungen pro Tag.
- 6
Wasserrand abwischen
Den Fettrand an der Wasserlinie mit Schwamm und mildem Reiniger entfernen.
Häufige Fragen
Wie oft muss man den Pool reinigen?
Wasserchemie: 2–3 Mal pro Woche testen und korrigieren. Skimmer-Korb: täglich leeren. Bodensauger oder Roboter: 1–2 Mal pro Woche. Filterreinigung: alle 1–2 Wochen. Wasserwechsel bei Aufstellpools: alle 4–8 Wochen. Bei Einbaupools reicht 1 Mal pro Saison.
Was tun bei grünem Poolwasser?
Grünes Wasser bedeutet Algenbefall. Sofortmaßnahme: Stoßchlorung mit 5- bis 10-facher Normaldosis Chlorgranulat. Den pH-Wert vorher auf 7,0–7,2 senken, damit das Chlor optimal wirkt. Filter 24 Stunden durchlaufen lassen. Nach 12–24 Stunden abgestorbene Algen mit dem Bodensauger absaugen. Danach Flockungsmittel zugeben, um Trübungen zu beseitigen.
Chlor oder Salz – was ist besser für den Pool?
Beide Methoden desinfizieren mit Chlor – der Unterschied ist die Erzeugung. Salzwassersysteme produzieren Chlor aus Kochsalz per Elektrolyse. Vorteil: kein manuelles Nachdosieren, weicheres Wasser, weniger Chlorgeruch. Nachteil: höhere Anschaffung (150–500 €) und Salzverbrauch (20–40 € pro Saison). Für Pools ab 15 m³ mit regelmäßiger Nutzung lohnt sich ein Salzwassersystem.
Wie viel Chlor pro m³ Poolwasser?
Zur normalen Dosierung rechnet man grob mit einer 200-g-Chlortablette pro 20–30 m³ und Woche, abhängig von Temperatur und Nutzung. Entscheidend ist der gemessene Wert: 0,5–1,5 mg/l freies Chlor. Bei der Stoßchlorung wird die 5- bis 10-fache Menge auf einmal gegeben.
Wie oft muss man den Sandfilter rückspülen?
Alle 1–2 Wochen oder wenn der Druck am Manometer um 0,3–0,5 bar gegenüber dem Normalwert steigt. Dazu das Ventil auf »Rückspülen« stellen und 2–3 Minuten laufen lassen, anschließend kurz »Nachspülen«. Den Filtersand alle 3–5 Jahre tauschen.
Wie lange muss die Poolpumpe täglich laufen?
So lange, dass das gesamte Wasservolumen 2-Mal pro Tag umgewälzt wird. Beispiel: 20 m³ Pool und eine Pumpe mit 4 m³/h brauchen rund 10 Stunden, sinnvoll auf morgens und abends verteilt. Im Hochsommer eher länger, im Frühjahr und Herbst kürzer.
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